Im flotten Alter von recht jungen Jahren klingt es dreist, sich an eine Welttheorie zu wagen. Wieso soll man denn selbst alles besser wissen als andere, die viele Jahre mehr Zeit hatten, Wissen anzusammeln. Vielleicht geht es nicht, vielleicht ist es nicht in allen Fällen möglich. Increased social interaction with other people leads to more intelligence, and - more useful - intelligence that can actually be applied to generate wealth, knowledge and work. Dennoch - der Versuch, das Unmögliche zu schaffen, ist eine göttliche Aufgabe, eine unabweisbare Tatsache sozusagen. Ein Versuch, an dem man natürlich reifen kann. Immer mal wieder rückt eine Erklärung in greifbare nähe, scheint, ist sogar schon erreicht, verschwindet dann aber urplötzlich wieder. Selbst der Versuch, die in den Kopf geratenen Erklärungen schriftlich niederzulegen, misslingt oft - man kann sich trotzdem nicht erinnern.
Was ist nun die Schlussfolgerung aus allem? Aus den Büchern von Russell, Wells, Brzezinski, Quigley, vielen weiteren. Was sagen diese Bücher überhaupt aus. Die reine Existenz der Bücher führt noch mal zu gar nichts. Sie zeugen natürlich von einem wesentlich größeren Grad von Verständnis der Welt. In konkreten Situationen, bei konkreten Fragestellungen kann man auf den Schlussfolgerungen dieser Schriften aufbauen. Das Problem ist die Gesamtperspektive: Was richtig und was gut ist für eine Gesellschaft, was letztlich die wenigen Grundprinzipien sind, auf denen die Steuerung der Gesellschaft und ihrer Kultur durch eine gezielte Planung relativ weniger Menschen beruhen: das lernt man so von alleine nicht.
Wer etwas verändern will oder auch nur verstehen, sich wenigstens die Unausweichlichkeit des Großen Werks, sozusagen der Determiniertheit der Geschichte begreifbar und sie einsehen machen will, muss erst einmal definieren, was an der heutigen Gesellschaft falsch ist. War das Leben früher, also vor fünf, zehn, zwanzig, fünfzig, hundert und zweihundert Jahren lebenswerter als es heute ist? Wie soll man bitte darauf eine leichte Antwort finden. Nahe liegt es, fällt einem dann doch spontan ein, Untersuchungen darüber zu lesen, ob wie viel Prozent der Menschen zur jeweiligen Zeit sich glücklich gefühlt haben. So simpel ist diese Frage. Simplizität ist ohnehin der immer wieder vermutete Schlüssel zum Ganzen: worin sie besteht, das hat man manch einmal im Sinn, ein andermal wieder nicht.
Unweigerlich muss man das persönliche Leben des Einzelnen betrachten. Wann ist das Leben lebenswert? Wenn ein Mensch konkrete Bezugspersonen hat, langfristige Bindungen eingeht, einen Sinn im Leben sieht, anderen gegenüber hilfsbereit und einsichtsvoll ist, darüber hinaus aber ein gewisses natürliches Misstrauen aufweist. Ist das Problem vielleicht, dass dieses Misstrauen leider angebracht ist: Dass die Existenz von andersartigen Menschen, Menschen, die über psychopathische Verhaltensweisen zum Glück finden, das Grundübel ist - und dass diese Andersartigen niemals von der Mehrheit der Bevölkerung richtig bekämpft wurden?
Wie auch immer: Es gibt gute Menschen, die sich in jeder Hinsicht moralisch richtig verhalten, und davon nicht wenige. Wäre jetzt die Lösung, dass es am besten nur noch diese guten Menschen gibt? Wer oder was sorgt dafür, dass es zu wenige dieser guten Menschen gibt? Kann eine Gesellschaft überhaupt nur mit derartig gleichartigen, guten Menschen bestehen - oder muss die Führung rein theoretisch immer durch andersartige, sozusagen dominante und auch psychopathischere Personen verfügen. Fakt ist: Konflikte sind der Gesellschaft wohl immanent: Irgendeiner muss diese Probleme lösen, wenn nötig mit Gewalt. Das männliche Geschlecht sorgt immer oder sorgte immer für Gewalt, Kampf um die heterosexuelle Beziehung, Kampf um natürliche Lebensgrundlagen. Kampf um Anerkennung (der impliziert, dass es eine Ungleichheit geben muss).
Ist insofern die Zurückdrängung des Männlichen, die heute in den westlichen Gesellschaften so offenbar wird, also etwas Positives? Falls ein Mann gerade durch die Auseinandersetzung, den Wettbewerb mit anderen erst innerlich stark und sozusagen ausgelastet (im Sinne von einer Ausfüllung des Lebensinhalts, eines inneren emotionalen Gleichgewichts) wird, müsste dieser Wegfall an Maskulinität durch andere Quellen des Ausgleichs wie den Sport, das Fernsehen usw. ersetzt werden. Menschen suchen oft den Konflikt, oft natürlich auch den nicht ernstgemeinten, mit anderen Menschen um erstens häufig überhaupt den Kontakt mit anderen Menschen zu ermöglichen und damit ein Gemeinschaftsgefühl (trotz der Konflikte) zu schaffen und zweitens um vielleicht Adrenalin (im übertragenen, nicht chemischen Sinne) zu erzeugen.
Besonders bei Kindern ist die Suche nach Konflikten mit anderen Kindern, das Austragen von Kämpfen an der Tagesordnung. Diese Kämpfe sind natürlich genauso oft keine all zu ernsten, ausgrenzenden Kämpfe, sondern solche, nach denen sich wieder versöhnt wird. Dieser Abschweif in vermutete verhaltensbiologische Tatsachen ist offenbar nötig, um zu einem Verständnis der Gesellschaft zu gelangen. Ausgangspunkt war das Stichwort Konflikt: Konflikt ist bei der Planung einer Gesellschaft von höchster Bedeutung. Konflikt kann sowohl Stabilität als auch Instabilität bedeuten: Ohne Konflikt verliert das Leben für viele Menschen einen wesentlichen Inhalt, andererseits werden Konflikte auch als Krieg ausgetragen, als ethnische Spannungen, Klassenkampf usw. Die Überwindung aller Konflikte scheint darum ja auch ein Endziel dieser sogenannten Neuen Weltordnung zu sein.
(Fragt sich nur, wie die Herren Eliten denn ohne Konflikt leben sollen. Was ist der Lebensinhalt der obersten Führungsschicht denn bitte, wenn alle Konflikte abgeschafft sind?) Zurück zum Ausgangspunkt: Ist die heutige Gesellschaft funktionsfähig, wie soll eine funktionsfähige Gesellschaft aussehen. Dass es dazu irgendwie sinnmachende Vorstellungen gibt, ist allein daran ablesbar, dass diese Gesellschaft ja verändert wird - nach einem Plan. Ein Plan, der mit der Ausrottung großer Teile und dem Einsetzen von Brainchips natürlich sehr simpel ist, weil er in Richtung unmittelbarer Kontrolle geht. Ist dass der Grund aller Veränderungen: Dass es der einzige Weg ist, der irgendwie eine totale Anmutung hat, die einen unmittelbaren Sinn verspricht - selbst wenn es die Vernichtung aller Individualität bedeutet? Eine Flucht vor dem Leben sozusagen?
Die Zerstörung all dessen, was SCHÖN war und ist in der Gesellschaft, ist allerorten zu besichtigen. Eine Großstadt ist nicht schön, Menschen die ständig mit ihren Handies herumtelefonieren ohne sich mit dem Gegenüber zu unterhalten, sind nicht schön. Massentransportmittel, in denen indifferent bis feindlich einander gegenübersitzende und -stehende Menschen sich aufhalten, sind nicht schön. Menschen, die sich nur darum kümmern, wie sie gerade im Spiegel aussehen, sind nicht schön. Menschen, denen das Schicksal anderer im Grunde so egal ist, dass man sich keine Gedanken über die Verbesserung der Welt (einer Welt, unter der nun ohne Zweifel Milliarden Menschen massiv zu leiden haben) macht, sind ebenfalls nicht schön.
Menschen, die nur Party feiern, sich besaufen, Drogen konsumieren, Tabletten schlucken um sich besser zu fühlen usw., sind nicht schön - es ist eine Flucht vor dem Leben, eine Absage an die Selbstachtung, sich selbst zum Objekt zu erklären. Der massive Zuwachs alleinerziehender Mütter, Kinder, deren Eltern sich zehnmal trennen und neue Beziehungen führen, kann nicht Anzeichen einer funktionierenden Gesellschaft sein. Menschen, die ihr Privatleben im Internet anderen ausbreiten, sind nicht schön. Sie sind hässlich, so hässlich wie das totalitäre Vorbeireden an der Wahrheit in Politik und Medien, das zur Normalität erklärte Lügen. All das kann im Grunde nur dann akzeptabel sein, wenn es vor Auftauchen dieser Missstände, dieses Chaos, die gleiche Unschönheit gab - oder eine Schönheit, die mit allzuviel leiden verbunden war. Oder aber als temporären Schritt in eine neue bessere Zukunft, aber welche, wenn nicht die der totalen Versklavung?
Wer ist für all das verantwortlich? Entweder total rücksichtslose Menschen oder eine Religion, oder beides. Kann eine Religion, selbst wenn sie auf astrologischem (Aber)Glauben oder Wissen basiert, brutal sein? Wenn Sie in einem Glauben, Gutes zu tun, agiert? Wenn sie gar versucht, sich über Gott zu stellen und alles existierende zu zerstören, alles im positiven Sinne existierende? Rein soziologisch müsste man die Weltverschwörung beweisen können, denn die Ursachen sind in der Struktur der Gesellschaft inbegriffen - zweifellos. Alles in allem sind wir zweifellos schon jetzt völlig unabhängig aller zukünftigen Schritte eine kommunistische Gesellschaft, die kommunistisch funktioniert. Alles Schwadronieren drumherum dient nur der Verschleierung der Tatsachen. Double-Think ist allgegenwertätig, wenn vom Wert des Individuums gesprochen wird, dieses aber überhaupt keinen hat.
Beim Schreiben eines Textes können sich manchmal sowieso neurotische Tendenzen ergeben, bestimmte Sachverhalte immer wieder zu erwähnen, unlogische Logiken mitreinzubringen. Vor allen Dingen besticht die Tatsache, dass es den Menschen gerade dann schlecht gegangen zu sein sheint, wenn sie ihre Lage eingesehen haben - ihre Lage ganz unten in einem von der Elite kontrollierten System. So zur Zeit der Studentenrevolution, nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und der leichten Beeinflussbarkeit der Volksmassen. Hier werden die Menschen wie Maschinen behandelt, weil sie - on behalf of their masters- rauskommen und ihre Plakate vorzeigen - an einem Theaterstück mitmachen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ohnehin leben wir bereits jetzt in einem kommunistischen, einem sozialistischen System. Darüber kann alles Geblabere von Kapitalismus nicht hinwegtäuschen. Nur begreift das offenbar niemand, weil niemand weiß, was Kommunismus bedeutet.